Automatisierter Niederhubwagen Linde T-MATIC core fährt auf eine geöffnete Lkw-Laderampe zu.

Interview: Automatisierte Lkw-Beladung mit dem Linde T-MATIC core

Produktivitäts-Booster für die Rampe

Lückenschluss am Dock: Wo die Automatisierung in vielen Betrieben bislang endete, macht jetzt der Linde T-MATIC core einen neuen Anfang für die Intralogistik. Der automatisierte Niederhubwagen kann palettierte Ware selbstständig auf Lkw-Trailer verladen – ohne dass dafür aufwendige Umbauten an der Rampe oder speziell ausgestattete Trailer erforderlich sind. Für Louis Vieira, Head of Sales Automation & Intralogistics Germany bei Linde MH, steht fest: Besonders für Unternehmen mit hohem Warenaufkommen und mehreren Laderampen ist das ein echter Paradigmenwechsel – weg vom personalintensiven, zeitkritischen „Nadelöhr“ hin zu bislang ungekannter Effizienz im Materialfluss. Im Interview erklärt der Automatisierungsexperte die Vorteile im Detail.

Herr Vieira, selbst in Betrieben, die ihre Intralogistik schon weitgehend automatisiert haben, herrscht an der Rampe überwiegend noch körperlich anspruchsvolle, monotone Handarbeit. Warum konnten sich automatisierte Truck-Loading-Konzepte in der Praxis bislang nicht wirklich durchsetzen?

Louis Vieira: Das liegt vor allem an der technischen Komplexität. Viele gängige Automatisierungslösungen für die Lkw-Rampe verlangen Betrieben erheblichen Zusatzaufwand ab: Man benötigt ergänzende Sensorik am Dock, eigens ausgestattete Trailer oder muss hohe Investitionen stemmen, um das Dock mit spezieller Fördertechnik auszustatten. Da stellt man sich als Anwender zu Recht die Frage: Geht das nicht einfacher – und vor allem kostengünstiger? Ich denke, mit unserem automatisierten Niederhubwagen Linde T-MATIC core haben wir darauf jetzt die passende Antwort.

Was macht der Linde T-MATIC core anders?

Louis Vieira: Etwas ganz Grundsätzliches: Unser Fahrerloses Transportsystem (FTS) hat alle Skills, die es für seinen Job braucht, schon an Bord. Die gesamte Intelligenz ist vollständig ins Fahrzeug integriert. Hochentwickelte Navigationstechnologie für die Orientierung an der Rampe und im Trailer, robuste Sensorik für die präzise Aufnahme von Paletten, verlässliche Sicherheitstechnik – all das müssen Kundenunternehmen bei unserer Lösung nicht mit beträchtlichem Zusatzaufwand „darum herum“ installieren. Sprich: Wenn man sich diesen Helfer an Bord holt, kann er schon nach kurzer Zeit loslegen.

Damit sind wir bei der Frage, wie es beim Linde T-MATIC core in Sachen Implementierung, Betrieb, Anpassungen und Co. aussieht?

Louis Vieira: Auch hier fällt der Aufwand auf Kundenseite denkbar klein aus – nicht nur bei der Inbetriebnahme und dem „Anlernen“ an den individuellen Kundenprozess. Während des laufenden Betriebs können Anwender zum Beispiel einfach per Browser über nahezu jedes Endgerät im Firmennetzwerk auf das FTS zugreifen, es überwachen und steuern. Darüber hinaus bietet unser Fahrzeug eine Vielzahl an Schnittstellen: zu firmeneigenen ERP-Systemen, Linde-Warehouse-Management-Lösungen oder stationärer Infrastruktur wie Toren etc. Wir sind überzeugt: Je leichter sich komplexe Technologien in den Lageralltag integrieren lassen, desto größer fällt der Mehrwert für das Kundenunternehmen aus.

Wobei sich der Mehrwert für den Kunden auch in Zahlen messen lassen muss. Welche Ergebnisse liefert der Linde T-MATIC core also in der Praxis?

Louis Vieira: Ich möchte das mit einem Zahlenverhältnis ausdrücken, das mich besonders beeindruckt: 1:5. Eine einzige Lagerfachkraft reicht aus, um Verladevorgänge an bis zu fünf Rampen gleichzeitig zu überwachen. Zwei Linde T-MATIC core – und hier bin ich bei der nächsten Zahl – sind in der Lage, rund 30 Europaletten binnen 40 Minuten zu verladen. Die Lagerfachkraft muss lediglich die letzte Reihe manuell ergänzen. Bei großen Betrieben mit hohem Warenaufkommen oder in Mehrschichtmodellen birgt das enorme Effizienzpotenziale.

Jetzt haben wir viel über reduzierten Aufwand und gesteigerte Effizienz gesprochen. Bleibt noch ein Faktor, den man in diesem Zusammenhang vielleicht nicht unmittelbar auf dem Radar hat: die Sicherheit …

Louis Vieira: Das ist richtig. Umso besser, dass Sie es ansprechen. Nehmen wir mal einen Kunden aus der Getränkeindustrie. Es ist Sommer, wir haben Hochsaison, der Durchsatz schnellt binnen weniger Tage rasant nach oben. Am manuell bedienten Dock herrscht kontinuierlich Rushhour. Die Beschäftigten stehen unter enormem Zeitdruck, das Fehlerrisiko steigt. Ein einziger Unfall kann reichen, um den gesamten Materialfluss aus dem Takt zu bringen. Welche Folgekosten das nach sich zieht, brauche ich niemandem vorzurechnen; ganz zu schweigen von möglichen Personenschäden und deren Konsequenzen. Ein automatisiertes Fahrzeug wie der Linde T-MATIC core macht hier einen echten Unterschied: Es sorgt für Ruhe und Kontinuität im Workflow – und dank umfassender Sicherheitsausstattung für weniger Schäden. Auch solche Effekte wirken sich am Ende des Tages positiv in der Bilanz aus.

Veröffentlicht am 18.08.2026

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